FOCUSING (Prozessbegleitung auf Körperebene)

Focusing ist ein psychotherapeutisches Verfahren der Selbstbeobachtung, das der Aufdeckung unbewusster Motivationen und Konflikte dient und damit Verhaltensänderungen ermöglicht. Bei der Focusing-Methode wird die Aufmerksamkeit auf die gegenwärtige Erfahrung »fokussiert«, wodurch das eigene Erleben, Denken, Fühlen und Handeln präziser wahrgenommen werden kann. Der 1929 in Wien geborene Psychologe und Philosoph Eugene T. Gendlin entwickelte diese Methode aus gesprächstherapeutischen Erfahrungen, wonach diejenigen Patienten besonders gut darauf ansprechen, die mit sich und ihrer Wahrnehmung gut verbunden sind. Die BEOBACHTUNG  und Beschreibung dieser Erfahrungen führte zu einer Methodik, die heute als »Focusing-Methode« angewendet wird. Das Focusing besteht dabei aus fünf grundsätzlichen Schritten:

Schritt 1: Freiraum schaffen/Thema finden
Schritt 2: Bezug nehmen/gefühlte Bedeutung
Schritt 3: Entfalten/gespürte Veränderung
Schritt 4: Präzisierung/wahrnehmungsbezogen fragen;
Schritt 5: Integration/annehmen und schützen.

Wahrnehmung wird dabei als Schlüssel zur Veränderung angesehen, ohne Wahrnehmung bleibt alles erstarrt. Über die Wahrnehmung beginnt die Veränderung. Veränderung ermöglicht Entwicklung dessen, was in uns ist, sowie die Entfaltung unserer Anlagen und unseres Lebensinhaltes, der zu werden der wir sind. Diese Grundhaltung der Achtsamkeit, mit der wir uns freundlich allem nähern, was in uns ist, ist der Schlüssel zu heilsamer Veränderung und persönlicher Entwicklung. Gendlin selbst sieht Focusing als »ein sich selbst beschleunigender Prozess der Persönlichkeitsentwicklung«. Er wurde Lehrstuhlnachfolger von Carl Rogers in New York, dem geistigen Vater der humanistischen Gesprächspsychotherapie, und gründete 1963 die Zeitschrift Psychotherapy.